Wer fährt den Bus?

Red bus.Wenn Ihr Leben eine Busfahrt wäre – wer würde den Bus steuern? Sie selbst – oder „das Leben“? Sind Sie Passagier in Ihrem Leben – oder der Fahrer/die Fahrerin?

Ich mache einen kleinen Umweg über die christliche Geschichte, um das Bild zu verdeutlichen: In der Bibel wird die Geschichte von Adam & Eva erzählt. Eva gibt Adam den Apfel zu essen – obwohl beide wissen, dass es sich um verbotene Früchte handelt.

Als Gott Adam fragt, warum er trotz Verbot den Apfel gegessen hat, antwortet der: „Eva ist schuld – sie hat mir den Apfel gegeben.“ Und Eva sagt: „Die Schlange ist schuld – sie hat mich überredet.“ Wer hat da den Bus gefahren? Offensichtlich jemand anders.

Stephen R. Covey“ spricht in seinem Buch „Die sieben Wege zur Effektivität“ von „pro-aktiv sein“: Wir können oft nicht beeinflussen, was uns passiert. Aber jeder Mensch hat die Freiheit selber zu bestimmen, wie er damit umgehen möchte.

Vor einigen Monaten habe ich ein Video auf YouTube gesehen von einem Mann, der ohne Arme & Beine geboren wurde. Der Mann heißt Nick Vujicic, hat mehrere Bücher geschrieben und tritt als Motivationsredner auf. Eines seiner Bücher heißt „Mein Leben ohne Limits: Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eins!“

Nick erzählt vor großem Publikum, wie jeder seine eigene Geschichte schreiben kann – wie jeder sich entscheiden kann, wie er mit seinem Schicksal umgehen möchte. Dieser Mann fährt seinen Bus selber.

Vielleicht haben Sie auch schon von dem jüdischen Arzt Viktor E. Frankl gehört. Von den Nazis inhaftiert und gefoltert hat er einen Weg gefunden, in einer besonderen Weise auf sein Schicksal zu reagieren.

Er schaffte es, dass sein Inneres nicht mit seinem Körper mitlitt. Damit fand er eine innere Freiheit, die größer war als die der Nazi-Aufseher, von denen er eingesperrt wurde. Er wurde zur Inspiration für seine Mitgefangenen – und sogar für einige Wächter. Frankl fuhr seinen Bus selber.

Das Schicksal der meisten Menschen ist zum Glück deutlich weniger dramatisch – doch die Frage ist die gleiche: Sind Sie ein Opfer der Umstände und Ihrer Umwelt – oder fahren Sie den Bus?

Übertragen auf Ihr Selbstmanagement: Müssen Sie lange arbeiten und haben deswegen leider viel zu wenig Zeit für die Familie? Ist die Arbeit einfach so anstrengend, dass Sie nach Feierabend natürlich erschöpft sind?

Gibt es im Hamsterrad des Alltags so viel zu tun, dass für „große Pläne“ einfach keine Zeit bleibt? Ist es ein Luxus, die eigenen Akkus wieder aufzuladen – bei allem, was Sie zu tun haben?

Zu einem Studium hat es nicht gereicht und nun müssen Sie in zwei Jobs arbeiten, um über die Runden zu kommen? Sie haben nun mal leider nicht das Talent Ihrer Schwester, die es zu etwas gebracht hat?

Sie können sich sagen: „Das ist nun mal so – finde dich damit ab.“
Oder Sie stellen sich die spannende Frage: „Wie kann ich es ändern?“

Beim Selbstmanagement geht es darum, wie Sie mit sich selber umgehen.

Es geht um das Managen Ihrer inneren Energie: Wie sorgen Sie dafür, dass Sie regelmäßig Ihre Akkus aufladen?

Es geht um die Fähigkeit, sich selber in den Hintern zu treten: Welche Motivationsstrategien haben Sie, um sich zu unangenehmen – aber nicht wegzuschiebenden – Aufgaben zu motivieren?

Es geht um Ihren Werkzeugkasten mit Planungswerkzeugen: Wie schaffen Sie es, alles Anliegende termingerecht zu erledigen – ohne etwas zu vergessen?

Und es geht um das große Ganze, das alles zusammenhält: Ihre Lebensziele, derer Sie sich ganz bewusst sind und an denen Sie Ihr tägliches Handeln ausrichten.

Sie können sich dafür entscheiden, sich stetig neu zu erfinden und zu verbessern. Sie können sich dafür entscheiden, den Bus selber zu fahren.

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