Die 2-Minuten-Falle

Nahaufnahme zweier Hände im Pixar-Stil: Die eine hält ein Handy mit einer Chat-Nachricht, die andere greift im selben Moment einen Schraubendreher aus einem offenen Werkzeugkoffer.

„Wenn eine Aufgabe weniger als zwei Minuten dauert, mach sie sofort." Der Satz aus David Allens GTD® klingt nach einer Einladung, jederzeit zu reagieren, sobald irgendwo eine Kleinigkeit auftaucht. Genau darin liegt die Falle.

So wird die Regel oft gelebt: schnell die Chat-Nachricht beantworten, während man eigentlich konzentriert an etwas anderem sitzt. Die Aufgabe selbst ist in zwei Minuten erledigt – aber der Fokus, den man dafür verlässt, kostet oft ein Vielfaches an Wiederanlaufzeit.

Dabei ist die Regel für einen ganz anderen Moment gedacht: für die Zeiten, in denen man ohnehin gerade Nachrichten liest oder E-Mails abarbeitet, nicht hochkonzentriert an einer kniffligen Aufgabe sitzt. Wenn dabei eine Zwei-Minuten-Aufgabe auftaucht, lohnt es sich, sie direkt zu erledigen – das spart den Aufwand, sie in ein System einzutragen, zu priorisieren und später wiederzufinden.

Die 2-Minuten-Regel ist also kein Aufruf, ständig sofort zu reagieren. Sie gilt für den Posteingang, nicht für den Fokus. In echter konzentrierter Arbeit darf die Zwei-Minuten-Sache ruhig warten.

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