Stop starting – start finishing
„Stop starting – start finishing“ klingt nach einem cleveren Spruch für Kühlschrankmagnete. Es lohnt sich trotzdem, genauer hinzusehen, was daran wahr ist – und was nicht.
Der Satz trifft eine reale Falle: Neue Projekte fühlen sich leicht an. Der erste Schritt ist unbelastet, alles ist noch möglich, nichts ist schiefgelaufen. Ein angefangenes Projekt dagegen trägt schon Reibung mit sich – offene Fragen, halbfertige Entscheidungen, die Erinnerung an die Stellen, an denen es zäh wurde. Kein Wunder, dass die neue Idee attraktiver wirkt als die alte Baustelle.
Das Problem ist nicht die Neugierde selbst. Sie ist der Motor, der überhaupt erst etwas beginnen lässt. Das Problem ist, wenn Neugierde nie in Struktur mündet – wenn zehn Anfänge nebeneinanderstehen und keiner fertig wird.
Ein kleiner, konkreter Hebel: angefangenen Projekten bei der Priorisierung bewusst einen Bonus geben. Nicht, weil Abschließen moralisch besser ist als Anfangen, sondern weil ein fast fertiges Projekt näher an einem Ergebnis liegt als eine frische Idee – und weil dieses Ergebnis oft erst die Grundlage dafür ist, dass die nächste Neugierde sich wieder freien Raum nehmen darf.
„Stop starting“ heißt also nicht: neue Ideen unterdrücken. Es heißt: dem Fertigwerden im Zweifel einen kleinen strukturellen Vorteil geben – damit aus Neugierde tatsächlich etwas wird.
Taschenbuch Werkzeuge zur Selbstorganisation
Mit meinem kompakten Taschenbuch "Selbstorganisation" lernst Du noch mehr effektive Werkzeuge kennen. Damit etablierst Du eine hilfreiche Struktur in Deinem (Berufs-) Alltag.