Zeitkünstlerformat (3) – Indianernamen

Vielleicht kennen Sie auch den Film „Der mit dem Wolf tanzt“. Kevin Costner spielt dort einen Weißen, der sich mit Indianern anfreundet und schließlich bei ihnen lebt. Die Indianer geben ihm den Namen „Der mit dem Wolf tanzt“, weil sie beobachtet haben, wie Kevin Costner mit einem gezähmten Wolf spielte. Das drückt für mich genau das aus, was ich mit Indianernamen verbinde: Eine wichtige Begebenheit oder eine starke Eigenschaft wird sinnbildlich als Name verwendet. Der Name wirkt dabei schon fast identitätsprägend. In dem Film gibt es noch weitere anschauliche Beispiele für Indianernamen. Die spätere Frau von Kevin Costner z.B. wird „Steht mit einer Faust“ genannt – und ein Indianerjunge „Lächelt viel“.

Übung
Stellen Sie sich vor, dass Ihre Familie, Freunde und Bekannte Ihnen Indianernamen geben würden. Wie könnten diese Namen für Sie heißen? Vielleicht werfen Sie noch einmal einen Blick in die Ergebnisse der letzten beiden Übungen zu Werte und Handlungsanweisungen. Welche Indianernamen lassen sich daraus ableiten?

Das könnten z.B. Namen wie „Der immer hilft“, „Der nicht Nein sagen kann“, „Ausdauernder Sportler“, „Brillianter Stratege“, „Unermüdlicher Arbeiter“ oder „Die alles perfekt macht“ sein. Wenn Sie bei der Findung von Namen hin und wieder schmunzeln oder nicken müssen, sind Sie auf einem guten Weg – denn dann hat der Name wirklich etwas mit Ihnen zu tun! Und vielleicht fragen Sie tatsächlich Familienmitglieder und gute Freunde nach Indianernamen, die aus deren Sicht gut zu Ihnen passen. Manchmal ist es überraschend, welche unserer Eigenschaften bei anderen sehr präsent sind.

Zum Schluss dieser Übung könnte es spannend sein zu prüfen, ob Sie Indianernamen gefunden haben, zu denen es keine Entsprechung bei Ihren Werten oder Handlungsanweisungen gibt – oder umgekehrt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass in einer Ihrer Listen noch etwas Wichtiges fehlt – und jetzt erst bewusst wird.

Zum Nachschlagen – die Links zu den vorherigen Beiträgen der Reihe

 

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